12.6.2019

Der heutige Wohlerspark wurde 1831 als Friedhof gegründet und gehört heute zu den ältesten und zugleich beliebtesten Grünanlagen der Stadt. Seit vielen Jahren verfällt jedoch der wertvolle historische Zaun, der den Park entlang der Wohlers Allee und der Thadenstraße einfasst.

1831 wurde die Anlage als Begräbnisplatz der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde St. Johannis eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie stark zerstört und verlor in der Nachkriegszeit nochmal viele der alten Alleebäume, weil diese von der notleidenden Bevölkerung verfeuert wurden. Zwischen den Gräbern wurden zudem Kartoffeln und Gemüse angebaut. Bis 1979 wurde die Anlage noch als Friedhof genutzt und anschließend zur öffentlichen Grünfläche umgewidmet. Bis heute sind im Wohlerspark zahlreiche historische Strukturen erhalten, wie das prägende Kreuz der Lindenalleen und viele Grabmale bedeutender Hanseaten.

Der traurige Zustand der Zaunanlage mit ihren besonderen Kreuz-Ornamenten ist ein Armutszeugnis für den Bezirk Altona. Die Freie und Hansestadt Hamburg ist laut Denkmalschutzgesetz zu einem vorbildhaften Umgang mit ihren Denkmälern verpflichtet. Sie unterläuft diesen Grundsatz eklatant, wenn sie geschützte Baudenkmäler vor den Augen der breiten Öffentlichkeit verfallen lässt. Der Denkmalverein plädiert daher dafür, die dringend notwendige Sanierung so bald wie möglich anzugehen und dabei so viel originale Substanz zu erhalten wie möglich. Der Grundsatz der "wirtschaftlichen Zumutbarkeit" von Denkmalsanierungen gilt übrigens nicht für die Stadt, sondern nur für private Eigentümer.

Fotos: Kristina Sassenscheidt